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11.10.2026 · Frank Havemann

Stundenverrechnungssatz berechnen: So kalkulierst du in der Kfz-Werkstatt

Der Stundenverrechnungssatz ist der Preis für eine Stunde Arbeit am Fahrzeug. Er muss alle Kosten der Werkstatt decken, nicht nur den Lohn des Mechanikers. Viele Betriebe rechnen zu niedrig, weil sie unproduktive Zeiten vergessen.

Die Formel in vier Schritten

  1. Jahreskosten der Werkstatt addieren: Löhne, Miete, Energie, Versicherungen, Werkzeug, Verwaltung, Abschreibungen.
  2. Produktive Stunden bestimmen. Urlaub, Krankheit, Schulung und Leerlauf sind abzuziehen.
  3. Kosten durch produktive Stunden teilen. Das ergibt den Selbstkostensatz.
  4. Gewinn- und Risikoaufschlag addieren, um den Verrechnungssatz zu erhalten.

Beispiel (frei gewählt): Bei 400.000 Euro Jahreskosten und 4.200 produktiven Stunden liegt der Selbstkostensatz bei rund 95 Euro. Mit einem Aufschlag von 10 Prozent ergeben sich etwa 105 Euro je Stunde, zuzüglich Umsatzsteuer.

Arbeitswerte (AW) umrechnen

Viele Werkstätten rechnen nach Arbeitswerten, zum Beispiel 1 AW = 5 Minuten. Der Preis pro AW ergibt sich aus dem Stundensatz geteilt durch die Zahl der AW je Stunde. Eine Tabelle mit AW-Preisen spart Rechenarbeit und macht Angebote nachvollziehbar.

Häufige Fragen

Wie viele produktive Stunden hat ein Mechaniker?

Das hängt vom Betrieb ab. Eine realistische Quote liegt oft deutlich unter der Anwesenheitszeit, weil nicht jede Stunde verrechnet werden kann.

Soll ich unterschiedliche Sätze verwenden?

Das ist möglich, etwa für Mechanik, Elektrik oder Karosserie. Entscheidend ist, dass der Mix die Kosten deckt.

Wie oft sollte ich den Satz anpassen?

Mindestens einmal im Jahr und bei größeren Kostenänderungen wie Tarifanhebung oder Mietsteigerung.

Hinweis: Dieser Ratgeber ist eine allgemeine Information und keine Steuer- oder Betriebsberatung. Das Rechenbeispiel ist frei gewählt.